Saisonauftakt „ohne ein Level gespielt zu haben direkt beim Endboss“

04.09.2026 18:00

Endlich geht es wieder los: Mit einer Woche Verspätung startet die HSG Konstanz am Samstag um 19.30 Uhr in die neue Saison. Der Saisonauftakt hat es in sich: Beim Meister des letzten Jahres, dem SV Salamander Kornwestheim. Zum Livestream.

Endboss direkt um Start

Mit großer Vorfreude aber auch Respekt reist die HSG als Underdog zum großen Favoriten nach Kornwestheim. Der sicherte sich in der letzten Saison souverän die Meisterschaft in der 3. Liga Süd – verzichtete aber aufgrund fehlender wirtschaftlicher und organisatorischer Rahmenbedingungen auf die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Verändert hat sich seitdem bei den „Lurchis“ – typisch seit Jahren – wenig bis nichts. Erneut kann Trainer Dr. Alexander Schurr auf ein über Jahre hinweg perfekt eingespieltes Kollektiv bauen, in dem ein klarer Plan verfolgt und die Abläufe über Jahre mit nahezu identischem Kader perfektioniert werden konnten. Zusammenfasst unter blindem Verständnis, Automatismen, Sicherheit in jeder Situation, auch unter großem Stress, war der SVK in der letzten Spielzeit das Maß aller Dinge. „Wir freuen uns auf das Spiel in Kornwestheim. Wir fahren mit der Anerkennung der erbrachten Leistung des Meisters dorthin“, erklärt Ralf Bader. Für den HSG-Coach ist das für seine junge, auf zentralen Positionen neu zusammenstellte Mannschaft „zu Beginn der Saison gleich im ersten Spiel die absolute Herausforderung. Im Videospiel gedacht: Ohne ein Level gespielt zu haben der Endboss gleich direkt am Anfang.“

Noch im Entwicklungsprozess mit Neuzugängen auf zentralen Positionen

Dass seine Mannschaft in der neuen Saison eine bessere Rolle als in der letzten Spielzeit spielen möchte, als lediglich ein total enttäuschender zehnter Rang erreicht wurde, liegt auf der Hand. Grund für großes Selbstvertrauen und Optimismus gibt die Vorbereitung mit starken Auftritten in den Testspielen. Neun Begegnungen trug die HSG gegen teils hochkarätige Gegner aus, nur im vorletzten bei Europacupteilnehmer Pfadi Winterthur musste man sich knapp mit 38:39 geschlagen geben. Allerdings, und das ist der große Unterschied zu Kornwestheim, befinden sich die Gelb-Blauen noch in einem Entwicklungsprozess. So galt es in Adam Studentkowski einen neuen Torwart zu integrieren und mit Philipp Hlawatsch einen neuen Spielmacher. Zwei Positionen, auf denen die Abstimmung mit den Mitspielern elementar für den Erfolg ist. Wermutstropfen sind zudem die schweren Verletzungen von Neuzugang Jannik Hohlweg, dem im rechten Rückraum und in der Abwehr ebenfalls eine zentrale Rolle zugedacht war, sowie Mittelmann Jonas Hadlich. Auch sein Positionskollege Tim Enninghorst wird noch mehrere Wochen ausfallen.

Meister Kornwestheim lässt die Rhein-Neckar Löwen schwitzen

Trotz der guten Vorbereitung ist die große Frage auf Konstanzer Seite: Wo steht man nun wirklich? Diese Antwort konnte sich Kornwestheim schon abholen. Im DHB-Pokal spielte der amtierende Drittliga-Meister famos auf und ließ die Rhein-Neckar Löwen lange um den Einzug in die nächste Runde bangen. Beim 29:33 (15:18) musste sich der Erstligist mächtig strecken. Am ersten Drittliga-Spieltag folgte ein 40:36 (22:19)-Heimsieg gegen die SG Regensburg. So dürften die Württemberger nur so vor Selbstvertrauen strotzen. Die Konstanzer wollen sich dies über Erfolge ebenfalls wieder in dieser Form erarbeiten. Nach der gelungenen 40:30-Generalprobe gegen den österreichischen Rekordmeister Bregenz, der wenige Tage nach der klaren Niederlage am Schänzle gegen Drittliga-Topteam Wölfe Würzburg mit 40:27 erfolgreich war, hatte die HSG noch zwei Wochen Zeit, um sich auf das erste Meisterschaftsspiel vorzubereiten.

„Menschen begeistern und erfolgreich sein“

„Wir gehen zuversichtlich in die neue Saison“, unterstreicht Bader, möchte dabei aber insbesondere die Ergebnisse aus den Testspielen nicht überbewerten. „Die sind nur eine schöne Momentaufnahme, bringen uns aber keinen einzigen Punkt.“ Was sie aber geben: Ein Gefühl, dass Dinge funktionieren und sich das noch einmal verjüngte Team auf einem guten Weg befindet. Wo der Gegner stehe, wisse man, wo selbst hingehen noch nicht so wirklich, so Bader. „Die logische Konsequenz ist“, so der 45-Jährige, „dass wir bei uns bleiben. Das haben wir uns hart erarbeitet und ohnehin für die ganze Saison vorgenommen.“ Ob das schon gegen den Ligafavoriten ausreicht? Die Antwort gibt es am Samstagabend. Unabhängig davon ist dem Konstanzer Trainer wichtig: „Wir wollen unsere Dinge auf die Platte bringen. Diese sollen die Menschen begeistern, erfolgreich und für Gegner extrem unangenehm zu bearbeiten sein.“

 

Quelle: PM HSG Konstanz

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