Feiertag nach der Rettung

05.06.2022 8:59

Die Eulen haben die dramatische Talfahrt gestoppt und am Freitagabend vor 1861 entfesselten Zuschauern mit einem 32:26 (18:13)-Sieg gegen HC Empor Rostock am vorletzten Spieltag den Klassenverbleib in der 2. Handball-Bundesliga geschafft. „Ich war von Anfang an zuversichtlich“, sagte Michel Abt, der in den zehn Tagen als Eulen-Trainer die Wende schaffte. „Es war kurz, aber du hast großen Anteil“, würdigte Geschäftsführerin Lisa Heßler die Arbeit des 31-Jährigen.

Erste Humba seit dem 12. März

Der Klassenverbleib ist geschafft. Erstmals seit dem 12. März, erstmals seit dem 29:25 gegen Tusem Essen, durfte Max Neuhaus die Heimspiel-Sieger-Humba anstimmen. Da stimmte auch Ex-Trainer Ben Matschke mit seiner Familie textsicher mit ein. Das Minimalziel war nach Horrorwochen und einem zweiten Trainerwechsel mitten in der Saison erreicht, Party war angesagt.

Mannschaft grillt im „Behler Haisl“

Am Sonntag (ab 12 Uhr) folgt die Fortsetzung im „Behler Haisl“. In der Kult-Gaststätte in Böhl-Iggelheim, von Eulen-Fan Alex Hasert mit familiärer Unterstützung betrieben, veranstaltet das Eulen-Team von 12 bis 18 Uhr einen Grillsonntag. Die Mannschaftskasse soll dabei aufgebessert werden. Da hilft Familie Hasert, die als Eulen-Partner so viel Herz beweist, sehr gerne.

Die Mannschaft lebt

Die Mannschaft der Eulen zeigte sich von der ersten Sekunde siegeshungrig, sehr engagiert, entschlossen und konzentriert im Abschluss, zupackend in der Abwehr, verbessert im Rückzug. Rückhalt der Mannschaft war einer, der vor dem Trainerwechsel mental am Boden schien, von Selbstzweifeln gepeinigt war, keine Paraden mehr hatte: Žiga Urbič. Er meisterte elf Würfe, parierte einen Siebenmeter Nick Wittes. Grandios wie Urbič in der 47. Minute beim Stand von 24:20 gegen den völlig freien Jonas Thümmler abwehrte. „Ich habe ihm gesagt, dass wir ihn brauchen“, erklärte Trainer Michel Abt, der auch in der Seelenmassage Großes leistete. Urbič dankte mit Leistung und mit Worten. Vom ersten Tag an pflegte Abt den intensiven Dialog mit seinen Spielern. Ein akribischer Fachmann, Lehrgangsbester beim Trainerlehrgang, aber auch ein vorzüglicher Psychologe! Und so fleißig! Abt glaubte an die Jungs, er wusste, dass die vom Verletzungspech verfolgte Mannschaft besser als der Tabellenplatz ist. Abt investierte unfassbar viel Zeit in das Videostudium, um die ihm unbekannten Gegner auszugucken. 25 Spiele der restlichen Gegner hat der akribische Übungsleiter gesehen, der klug coacht, geschickt die Zeitpunkte seiner Auszeiten wählt und gekonnt durchwechselt. So funktionierte das Job-Sharing auf Außen am Freitag prächtig. Rechts beeindruckten Alex Falk, der sechs von acht machte, Entlastung durch Pascal Durak (2) bekam, der am Ende auf halbrechts für die „Tormaschine“ Stefan Salger (sechs von neun) spielte. In seinem letzten Heimspiel im Eulen-Dress leistete Jannik Hofmann (5/2) beeindruckendes, ehe Enes Keskic (2) seine Turbo-Qualitäten ausspielte. Klasse wie er einen Tempogegenstoß über Durak und Salger veredelte (12:7, 20.) und einen von Jan Remmlinger inszenierten Schnellangriff krönte (18:12, 29.). Dass sich die Rostocker immer wieder auf Hendrik Wagner stürzten, in der Abwehr auf den Torjäger konzentrierten, nutzten die Eulen clever. Wagner blieb wohl ohne Tor, scheiterte mit seinen drei Würfen, er imponierte aber - wie Salger – auch mit seinen Zuspielen. Gut in Schuss: Marc-Robin Eisel. Er brannte sein Feuerwerk ab, machte sechs von sieben. Das Vertrauen des Trainers gab ihm Sicherheit und Selbstvertrauen. So nahm er sich nach Foul an Julius Meyer-Siebert (vier von sieben) auch den Siebenmeter und vollendete zum 28:22 (54.). Stark im Abwehrblock: Max Haider und Gunnar Dietrich. Unberechtigt seine Rote Karte nach der dritten Zeitstrafe (58.)

Tränen lügen nicht

Freudentränen, Tränen der Erleichterung vergoss nach dem so wichtigen Sieg, nach dem Befreiungsschlag, Geschäftsführerin Lisa Heßler. Dabei hatte sie sich fest vorgenommen nicht noch einmal wie bei der Abschiedsfeier im letzten Jahr zu weinen. „Ich hätte mir es nicht verziehen, wenn wir es nicht geschafft hätten …“, gestand Lisa Heßler die wahnsinnige Anspannung ob der sportlichen Krise und dem Absturz vom Aufstiegskandidaten zum Fast-Absteiger ein. Eine Aufarbeitung und einer Analyse einer Saison mit drei Trainern ist angesagt. Ein erstklassiges Zeugnis stellte die „Chefin“ schon mal einem aus, dessen Mission nächsten Samstag in Emsdetten zunächst einmal endet: Michel Abt!

Danke und Auf Wiedersehen

Nach der Rettung hieß es stilvoll und herzlich Abschied nehmen – und der begann mit einem wunderbaren Einspieler der Protagonisten. So dankte Lisa Heßler zwei Jungs, die immer da waren, „wenn wir euch gebraucht haben“. Veit Schlafmann, junge Leihgabe der Rhein-Neckar Löwen, kam wohl nur zu drei Einsätzen, half in seinem Kurzzeit-Engagement aber auch die Trainingsqualität zu gewährleisten. Er kehrt zur zweiten Garnitur der Löwen zurück. Jan Waldgenbach spielte für das HLZ Friesenheim-Hochdorf, war einmal im Kader der Eulen, bereicherte aber als Linkshänder das Training. Er geht zu MT Melsungen II. Als beide Kreisläufer fehlten, sprang der Ex-Hochdorfer und frühere Haßlocher Stefan Job (30) ein. „Als Lisa angerufen hat, war nach fünf Minuten alles klar. Am nächsten Tag war ich im Training und hab‘ einen Tag später mein Zweitliga-Debüt gegeben“, sagte Job, der vor zwei Jahren seine Karriere „eigentlich“ beendet hatte. Der Nothelfer hört jetzt wieder auf.

„Ein bisschen verrückt“

„Ja, ich bin ein bisschen verrückt“, pflichtete Yessine Meddeb der Geschäftsführerin bei, die den Linkshänder nach zweieinhalb Lehrjahren verabschiedete. Die Gesellenprüfung will der frühere Junioren-Nationalspieler beim Drittligisten SG Leutershausen machen. Die Eulen wollen Meddeb im Blick behalten, der nach „zweieinhalb für mich schwierigen Jahren“ nach mehr Spielzeit trachtet, aber auch Danke für die Zeit sagte.

Danke, Fans!

Lisa Heßler zeichnete den Weg von Hendrik Wagner nach, der 2020 von der SG Leutershausen kam, Nationalspieler wurde und nun zur HSG Wetzlar wechselt. Wagner – das sei Ehrgeiz, Fleiß, ein Typ, der sich für die Mannschaft aufgeopfert habe. „Ich habe es geliebt, in dieser Halle zu spielen“, sagte der Torjäger den „besten Fans der Welt“ Dank. Mit Blick auf seine Mannschaftskameraden sagte Wagner: „Ich werde jeden einzelnen total vermissen!“

Der besondere Mensch

Lisa Heßler würdigte Jannik Hofmann als „einen besonderen Menschen“. Sie gestand, wie schwer es ihr gefallen ist, das Gespräch mit dem Linksaußen zu führen, in dem nach vier Jahren die Trennung zum Saisonende besiegelt wurde. Und auch da habe sie den besonderen Menschen erlebt, der nun zum TV Hüttenberg heimkehrt. „Das war Gänsehaut pur“, sagte „Hofmannovic“ den Fans Danke für den besonderen Support im „Endspiel“ gegen Rostock. Hofmann zeigte sich sehr dankbar für die Zeit bei den Eulen und „für das ein oder andere Wunder, das ich erleben durfte“. Er ist dankbar, das er nach seiner schweren Knieverletzung überhaupt wieder Handball spielen kann. Hofmann: „Ich habe hier Freunde fürs Leben gefunden!“

Der Mehrwert-Co

Frank Müller, einst Spielmacher der Eulen, arbeitete sechs Jahre als Co-Trainer für den Verein. Er war aber viel mehr als das, würdigte Lisa Heßler den loyalen, offenen und ehrlichen Mitstreiter. Mit Frank Müller, der Cheftrainer in Dansenberg wird, geht „ein großer Charakter“, sagte die Managerin. Bewegt danke Frank Müller für die Zeit in seinem Herzensverein. Er erinnerte an den intensiven, fast täglichen Austausch mit Lisa Heßler und „Grimmi“, Teammanager Philipp Grimm. Müllers besonderer Dank galt Ben Matschke, der ihn vor sechs Jahren als Co-Trainer holte und so half, die Weichen für die Laufbahn nach der Laufbahn zu stellen.

Die Nummer 8 – eine Legende

Die Nummer 8 – das war Gunnar Dietrich. Zwölf Jahre spielte er für die Eulen, war bei den Bundesliga-Aufstiegen 2010, 2014 und 2017 dabei. Fünf Jahre war „Günnes“ Kapitän. Sein Trikot trugen seine Freunde und Wegbegleiter Philipp Grimm, Frank Müller und Ben Matschke mit dessen Kindern in die Halle. An der Hallenwand wird das Legendentrikot seinen Ehrenplatz erhalten. Lisa Heßler würdigte „Günnes“ als Vorbild, als einen der geholfen habe, viele Spieler besser zu machen. Die Leistung des Abwehrchefs sei in der Öffentlichkeit oft unterschätzt worden. Gunnar Dietrich – ein enger Vertrauter, ein Vorbild für das komplette Team, eine Führungskraft. Dietrich, inzwischen 36, der nächste Runde mit weniger Aufwand für TuS KL-Dansenberg spielen wird, dankte seiner Frau Anne, dass sie ihm ermöglichte auch noch dieses letzte Jahr bei den Eulen mitzunehmen. Die Zwillingsmädchen fordern eben auch den stolzen Papa. Dietrich danke in bewegten Worten aber auch seinen Eltern für die Unterstützung in all den Jahren seiner Karriere. Dietrich sagte vor allem auch den Fans Dankeschön: „Macht so weiter, auch wenn es mal nicht so läuft.“ Dietrich hat ein Herz für die Eulen. Jetzt ist’s ein Fan-Herz!

 

Quelle: PM Eulen Ludwigshafen

Die Eulen Ludwigshafen Herren

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