Ralf Bader ist neuer Trainer der HSG Konstanz

05.01.2026 9:41

Die HSG Konstanz hat einen neuen Trainer: Seit dem Vorbereitungsstart am 2. Januar betreut A-Lizenzinhaber Ralf Bader die Mannschaft. Der diplomierte Sportwissenschaftler unterschrieb zunächst einen Vertrag über zweieinhalb Jahre bis 30. Juni 2028. Sein erstes Drittliga-Heimspiel bestreitet er am Samstag (20 Uhr) gegen den VfL Pfullingen.

Stationen in der 1. und 2. Bundesliga als Spieler und Trainer

Jenen Verein, mit dem er als Spieler in der Jugend und 1. Bundesliga aktiv war. Anschließend gelang ihm mit dem TV Neuhausen/Erms als Rechtsaußen und Spieler im rechten Rückraum der erneute Aufstieg in die Eliteklasse. Seit 2015 wirkt Bader als Trainer, nachdem er bereits während seiner Spielerkarriere in Tübingen Sportwissenschaft studiert hatte. Nach den ersten Schritten als Coach der JSG Echaz-Erms und des TSV Neuhausen/Filder, den er zum Aufstieg in die 3. Liga führte, folgte eine Station in der 1. Bundesliga bei der SG BBM Bietigheim. Danach gelang ihm mit dem TV Großwallstadt bei seinem Engagement von 2019 bis 2022 der sofortige Aufstieg in die 2. Bundesliga und die dortige Etablierung. Im Oktober 2023 trat er das Traineramt beim damaligen Schweizer Erstligisten HSC Kreuzlingen an, den er zur ersten Playoff-Teilnahme der Vereinsgeschichte führte, ehe sich der Club aufgrund finanzieller Schwierigkeiten freiwillig in die dritthöchste Spielklasse zurückzog. Seitdem war er im Jugendbereich des HSC tätig und wollte eigentlich in den nächsten Jahren keine neue Stelle im Leistungssport annehmen – bis die HSG nach dem aus persönlichen Gründen erfolgten Ausscheiden von Vitor Baricelli anklopfte.

Aufgabe bei HSG „unglaublich spannend“

Der zweifache Vater, der mit seiner Familie in unmittelbarer Nähe der Schänzle-Sporthalle sesshaft geworden ist, hatte zuletzt einige Anfragen abgelehnt. Die Aufgabe bei der HSG sieht er jedoch als „unglaublich spannend“ an. Eine, für die er wenig Zeit bis zur Zusage brauchte. Bader: „Ich hatte sofort super Gespräche mit André. Wir hatten dieselbe Vorstellung was Ziele und Wege des Vereins sein könnten.“ Somit war für den 45-Jährigen schnell klar: „Diese Chance muss ich ergreifen, wer weiß, ob und wann sie nochmal kommt.“ Zusammen mit Co-Trainer Daniel Eblen und Torwarttrainer Maximilian Wolf bleibt ihm nun wenig Zeit bis zum ersten Pflichtspiel und Rückrundenauftakt gegen seinen Jugendverein. Erschwerend kommt hinzu, dass Kreisläufer und Innenblockspieler Nikita Pliuto bis 8. Januar bei der Nationalmannschaft von Belarus gefordert ist.

„Mit unserem eigenen Nachwuchs und jungen Talenten etwas aufbauen“

Für André Melchert stellt die Verpflichtung von Bader ein Glücksfall dar. „Wenn man solch einen Experten quasi direkt vor der Haustüre hat, war für mich nach guten Gesprächen und seinen Vorstellungen schnell die Entscheidung gefallen.“ Der Geschäftsführer sieht eine große Stärke Baders in der Entwicklung junger Talente. „Er hat“, so der Manager, „dies bei Kreuzlingen vorangetrieben und bei seinen Stationen gute Arbeit geleistet. Sein Spielkonzept passt gut zu uns und seine Art zu denken gefällt mir.“ Melchert hebt hervor, dass „vorher nicht alles schlecht“ war, trotzdem erhofft er sich nun einen Impuls für seine junge Mannschaft, die in der ausgeglichenen 3. Liga Süd mit einer guten Rückrunde noch alles erreichen kann. „Wir wollen erfolgreichen Handball spielen und unsere Chancen suchen“, verspricht er, hat aber auch die mittel- und langfristige Entwicklung der HSG Konstanz im Blick und betont: „Wir wollen hier mit unserem eigenen Nachwuchs und jungen Talenten etwas aufbauen.“

Prozesse anstoßen, eigene Spitzensportförderung auf das nächste Level heben

Ein Punkt, der Bader sehr wichtig ist und worin er großes Potenzial sieht. „Wie sehr die HSG in dieser Stadt verwurzelt ist, wie viele Kinder man in HSG-Trikots durch sie laufen sieht, diese Verwurzelung und krasse Identifikation ist unglaublich. Ich hatte ja schon einige Stationen – aber so sehr habe ich das noch nicht erlebt.“ Der Konstanzer Weg ist dem Linkshänder nicht nur äußerst sympathisch, er sieht in der Talentförderung und im eigenen Nachwuchs mit einer breiten Basis ein Versprechen für die Zukunft. Aus der aktuellen „Delle“ werde man die richtigen Lehren ziehen und sich strategisch fortentwickeln. „Dann kann man wieder oben und die Rückkehr in die 2. Bundesliga angreifen sowie die dortige Etablierung zum Ziel setzen.“ Dazu gelte es Prozesse anzustoßen und die eigene Spitzensportförderung auf das nächste Level zu heben.

Klare Strukturen und neue Ideen

Kurzfristig wird der neue Trainer der HSG nicht alles verändern. „Auch wenn mit dem Mittelfeldplatz niemand zufrieden ist und wir an ein paar Stellschrauben drehen werden“, deutet er an. Melchert sieht im Neustart auch eine Chance für die Spieler, sich nun zu zeigen. Zunächst geht es um Sicherheit, Stabilität, klare Strukturen und Abläufe, um Detailarbeit, wie Bader es nennt. Aber auch einige neue Ideen wird der Übungsleiter einbringen und mit Blick auf die nächste Saison schrittweise implementieren. „Die 3. Liga Süd ist nicht einfach“, hat er Respekt vor der starken, ausgeglichenen Liga – stuft aber das Potenzial der aktuellen Mannschaft ebenfalls hoch ein und erklärt: „Wir haben einen guten Kader, der vorne mitspielen kann.“

Ehrlichkeit und Verbundenheit

In seinem Wertekompass spielen dabei Ehrlichkeit, Menschlichkeit, Verlässlichkeit und Verbundenheit eine große Rolle. „Ich habe es erlebt“, blickt er zurück, „was geschehen kann, wenn alles Hand in Hand geht. Ich erwarte, dass jeder alles gibt, dass man ehrlich miteinander ist und mit Kritik umgehen kann. Es geht immer um die Sache.“ Vor allem die Motivation der Spieler stellt für ihn die entscheidende Variable dar. Schließlich fragt er: „Wer motiviert mich als Motivator? Mich motivieren motivierte Menschen unglaublich.“ Schon das erste Heimspiel wird in gleich mehrfacher Hinsicht ein ganz besonders emotionales – und wichtiges.

 

Quelle: PM HSG Konstanz

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